20 Jahre  Weinengagement

Rebberg an  bester Lage

Im Jahr 2000 haben wir am südlichen Ufer des Neusiedlersees vergammelte Rebberge angetroffen. Gleichzeitig lernten wir den österreichischen Winzer Franz Weninger kennen, der dort 1997 rund 20 Hektaren gekauft und mit seinen Weinen in Budapest Furore gemacht hat. Wir beschlossen, 4,2 Hektaren Rebland zu kaufen, neu anzupflanzen und mit ihm zusammen gute Weine zu produzieren.  Zur Finanzierung gründeten wir mit Freunden eine GmbH.
 

Von den Schwierigkeiten ...

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20 Jahre später waren wir 20 Jahre älter und um einiges reicher – an Erfahrungen. Wir mussten zur Kenntnis nehmen, dass die Realität anders ist als die Träume und Pläne. Vor allem das Wetter macht, was es will. Mal setzt die Trockenheit den Reben zu, mal macht der Hagel alles kaputt, dann wieder will die Hefe nicht so wie sie sollte und ausserdem gibt es noch einen Markt, der gesättigt ist und zumindest in der Schweiz überhaupt nicht darauf wartet,  Weine aus Ungarn aufzusaugen.  «Deine Weine sind schon gut, aber sie sind erklärungsbedürftig. Und dazu ist mein Servicepersonal nicht geeignet», meinte ein Wirt. «Ungarn hat mit Orban ein schlechtes Image, deshalb will ich keine Weine von dort» meinte ein anderer.
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... auf den Märkten Fuss zu fassen

So haben wir für unsere rund 18000 Flaschen pro Jahr anderswo Märkte gesucht. In Ungarn, wo der ungarische Wein nicht erklärungsbedürftig ist, haben wir einige Erfolge verbuchen  können. Allerdings zeigt es sich, dass für eine kontinuierliche Bearbeitung des Markts ein stete Präsenz erforderlich ist, was  mit dem Wohnsitz in Basel nicht zu vereinbaren war. Messe-beteiligungen in Zürich, Düsseldorf, London und Berlin haben auch keinen Durchbruch gebracht. So blieb uns die Bearbeitung der Basler Marktes, zunächst mit der Teilnahme an der Basler Weinmesse, später mit den Basler Bioweintagen und dem Basler Wymärt, den wir reaktiviert haben und seit nunmehr zehn Jahren mit Erfolg durchführen, erst im Basler Stadtcasino und dann in der Basler Markthalle.

Ein Kapitel geht zu Ende

2019 haben wir unseren Rebberg verkauft. Er ging in die Obhut unseres Winzers Franz Weninger, der ihn weiterhin biodynamisch bewirtschaftet. Jetzt haben wir noch rund 2700 Flaschen, die wir bis zum Jahresende verkauft haben wollen. Damit schliesst sich ein spannendes Kapitel.

Sollte es ein nächstes Leben geben, dann werden wir eher Händler als Winzer. Die können nämlich Rosinen picken! Und nur soviel einkaufen, wie sie garantiert absetzen können. Sollte ein Winzer wegen Hagel keinen Wein haben, dann kauft er halt beim andern ein.